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KTL-Beschichtung: Funktionsweise und Einsatzgebiete

Die Kathodische Tauchlackierung, auch KTL-Beschichtung genannt, ist ein umweltfreundliches elektrochemisches Verfahren mit dem Sie Bauteile aus elektrisch leitfähigen Werkstoffen korrosionsbeständig fertigen können. Bedingt durch den geringen Ausschuss von unter zwei Prozent des Beschichtungslacks, ermöglicht Ihnen diese Oberflächenbehandlung einen kosteneffizienten, vielseitig einsetzbaren Fertigungsprozess. Insbesondere für feinmechanische Bauteile wird aufgrund der geringen Schichtstärke von 15 bis 45 Mikrometern die Funktionalität von Gewinden gewährleistet und bietet Ihnen einen maßgeblichen Vorteil gegenüber sonstigen Beschichtungsverfahren. In den folgenden Abschnitten werden Ihnen die Funktionsweise und die Einsatzgebiete des Verfahrens beschrieben.

Funktionsweise der KTL-Beschichtung

Allgemein ist das Verfahren der KTL-Beschichtung den elektrophoretischen Abscheideprozessen zuzuordnen, deren Funktionsweise durch Anlagerung eines wasserlöslichen Bindemittels an einer Elektrode gekennzeichnet ist. Hierfür wird in einem Tauchbad mit demineralisiertem Wasser eine Gleichspannung angelegt und es entsteht ein Stromfluss zwischen Anode und Kathode. Die Kathode stellt bei der KTL-Beschichtung das zu bearbeitende Bauteil dar, an welcher das Bindemittel, oftmals Polymere, infolge der chemischen Umsetzung angelagert wird. Die Anode hingegen besteht meist aus Dialysezellen, die von einer Membran abgedeckt werden. Im weiteren Prozess bilden sich, bedingt durch den Stromfluss zwischen den Elektroden, Ionen an der Kathode, welche die Ladung des Polymerlacks neutralisieren und somit die Anlagerung am Werkstück erzwingen. Die Kapillarwirkung bewirkt das Entweichen des Prozesswassers aus der Polymeroberfläche.

Bei einer Temperatur von 180 Grad Celsius erfolgt der Aushärtungsprozess der Polymere an der Werkstückoberfläche. Aufgrund der eintretenden homogenen Vernetzung der Moleküle zu dreidimensionalen Ketten, entsteht eine Oberflächenstruktur mit konstanter Schichtstärke, guter Verformbarkeit und hervorragender Korrosionsbeständigkeit.

Einsatzgebiete der KTL-Beschichtung

Typische Anwendungsbereiche der KTL-Beschichtung finden Sie in der Automobilindustrie oder im Maschinenbau. Insbesondere bei Nutzfahrzeugen und stark beanspruchten Bauteilen werden die Anforderungen an Korrosionsschutz, Oberflächenhärte und chemischer Resistenz durch die KTL-Beschichtung erfüllt. Als Grundierung für Nass- oder Pulverlackierungen können Sie das Verfahren, bedingt durch die guten Haftungseigenschaften der Oberfläche, ebenfalls anwenden. Ein weiteres Einsatzgebiete ist der Anlagenbau. Hier kommt das Verfahren beispielsweise bei stark belasteten Bauteilen in Windkraftanlagen sowie Wasser- und Gezeitenkraftwerken zum Einsatz. Insbesondere bei Gezeitenkraftwerken, die ständig mit Meerwasser in Berührung kommen und der dadurch erhöhten Korrosionsgefahr, ist eine homogene Oberflächenschicht notwendig.

Um eine hohe Prozessstabilität zu erreichen, ist es ubedingt notwenig, dass Sie die Bauteile vorbehandeln. Dies beinhaltet das Entfetten und gründliche Säubern der Oberfläche mittels chemischer Reinigungsverfahren, um eine homogene Oberflächenbeschichtung zu gewährleisten. Bei Druckgussbauteilen aus Zink- und Magnesiumlegierungen, durch Zinkphosphatierung und anschließender Passivierung, ist eine Vorbehandlung unumgänglich.

Aufgrund der Eigenschaft des sogenannten Umgriffvermögens eignet sich die KTL-Beschichtung prozessbedingt insbesondere für Bauteile mit Hohlräumen wie beispielsweise bereits verschweißter Baugruppen oder Gussteilen. Gegenüber anderen Beschichtungsverfahren, die eine eingeschränkte Erreichbarkeit aufweisen, bietet Ihnen die KTL-Oberflächenbehandlung einen Vorteil.

Die grundlegende Voraussetzung für die Anwendbarkeit der KTL-Beschichtung ist die elektrische Leitfähigkeit des Werkstoffs. Sie können Legierungen mit Stahl, Aluminium und Magnesium problemlos beschichten.

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