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Drei Start-Ups und die Insolvenz: Firmenpleiten bei Gründern

Das Gründen eines Unternehmens ist das Eine, das Andere aber ist es, das Unternehmen am Ende auch gewinnbringend zu führen und in die „schwarzen Zahlen“ zu manövrieren. Das gelingt vielen Gründern, aber längst nicht allen. Erst in den vergangenen Tagen haben einige Start-Ups mit an sich großem Potential Insolvenz anmelden müssen.

Insolvenz beim Lebensmittel-Shop froodies

Innerhalb dieser Woche traf es zum Beispiel das Lebensmittel-Startup froodies. Ingo Bohg, Geschäftsführer des Unternehmens, meldete am Mittwoch Insolvenz beim zuständigen Amtsgericht an.

Der Grund: eine geplante zweite Finanzierungsrunde für das Düsseldorfer Start-Up konnte aufgrund von Differenzen bei den Investoren nicht wie erhofft abgeschlossen werden. Für froodies soll es – Stand jetzt – allerdings weitergehen. Zusammen mit dem vorübergehenden Insolvenzverwalter werden zur Zeit die Möglichkeiten einer Sanierung erörtert.



Froodies bietet seinen Kunden neben der Möglichkeit, Lebensmittel online zu bestellen in inzwischen immer mehr Städten auch einen Lieferdienst für die bestellten Waren. Zuletzt war man damit auch in Hamburg gestartet, die Expansionspläne waren groß.

Aktuell bleibt abzuwarten, inwieweit sich froodies erholen und noch einmal neu durchstarten kann.

Auch Pets Deli ist insolvent

Ebenso hat es den Tierfutteranbieter Pets Deli getroffen. Hier wurden bislang ausschließlich Eigenmarken aus dem Bereich Tierfutter angeboten.

Noch im Januar wurden Millionen in das Unternehmen investiert, seit kurzer Zeit sind die Artikel von Pets Deli auch bei der Drogeriekette dm erhältlich. Jetzt die Insolvenz. Der Insolvenzverwalter hat inzwischen die Geschäfte übernommen.



Als Grund für die Insolvenz werden auch Probleme mit dem einstigen Gründer David Spanier vermutet. Wie es mit Pets Deli nun weitergehen soll, ist bisher unklar. Mit 40 Prozent hält Rockets Internet einen großen Teil der Anteile des Tierfutter-Anbieters. Möglich ist auch hier, dass es für das Start-Up eine neue Chance nach einer Sanierung geben könnte.

Insolvenz auch bei Wiener Zahnbürsten-Start-Up

Das Start-Up Amabrush aus Wien ist ein drittes Unternehmen, das jüngst Insolvenz anmelden musst und demnach pleite ist.

Mit der elektrischen Zahnbürste von Amabrush sollte es möglich sein, die Zähne innerhalb von nur zehn Sekunden gründlich und sauber zu reinigen. Seit Februar 2018 wurden die Zahnbürsten bereits über den eigenen Online-Shop vertrieben, bisher verschickte man tatsächlich rund 29.000 Zahnbürsten.

Finanziert wurde Amabrush über Crowdfunding und viele Investoren zeigten sich enttäuscht, dass sie zunächst keine und wenn, dann deutlich zu spät ein Modell der neuartigen Zahnbürste erhielten. Dazu gab es noch Ärger, weil die Zahnbürste die Zähne wohl doch nicht in so kurzer Zeit reinigen solle. Das ergaben Tests und rund 2.700 Käufer wandten sich entsprechend an den Verbraucherschutz.

Gegen Amabrush wurden zwischenzeitlich auch Strafanzeigen gestellt und neben 4,5 Millionen Euro Schulden steht nur noch ein Kapital von rund 500.000 Euro auf der Haben-Seite. Dennoch strebt man bei Amabrush ebenfalls eine Sanierung an und will innerhalb von zwei Jahren 20 Prozent der Schulden zurückzahlen.

Kunden, die ihr Geld zurückhaben wollen müssten nun ebenfalls auf das Insolvenzverfahren hoffen und ihre Ansprüche entsprechend anmelden.

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