Interviews

Interview mit Santosh Satschdeva und Frank Heck von MySchleppapp

Hallo – könnt ihr euch bitte unseren Lesern kurz vorstellen? Wer seid ihr und was macht ihr bei MySchleppApp?

Wir sind Santosh Satschdeva und Frank Heck und haben gemeinsam 2016 die MySchleppApp gegründet. MySchleppApp ist ein digitales Vermittlungsportal für Abschleppdienste: Über 750 Abschlepper haben sich deutschlandweit bei uns registriert. Hat ein Autofahrer eine Panne, kann er einfach über unsere App oder auf unserer Webseite seinen Standort eingeben. Das System findet dann unverzüglich das Abschleppunternehmen, welches am nächsten dran liegt und dieser rückt aus. Wir haben so in mehr als 7000 Pannenhilfen im letzten Jahr ausgeholfen. Was uns als Team angeht, so sind die Aufgaben klar verteilt – wir ergänzen uns gut: Santosh übernimmt bei uns strategische und vertriebliche Aufgaben, während Frank, der die Branche sehr gut kennt, weil er selbst früher ein Abschleppunternehmen hatte, sich um das Partnernetzwerk kümmert.

Was ist das Besondere an Eurer Geschäftsidee?

Erstens ist unser Geschäftsmodell komplett digital: Wir möchten verhindern, dass Leute stundenlang in irgendwelchen Callcenter-Warteschlangen hängen und ewig warten müssen, bis jemand zum Abschleppen kommt – das passiert bei den großen Automobilclubs leider häufig. Zweitens kann es dort teuer werden, wenn man nicht Mitglied ist und oft lohnt sich eine Mitgliedschaft einfach finanziell nicht. Bei uns gibt es daher keine Mitgliedschaft und transparente Preise, gestaffelt nach Kilometern: Es muss nur bezahlt werden, wenn erfolgreich geholfen wurde!

Gab es eine Seed-Finanzierung? Oder gibt es Business-Angel die euch bei eurem Vorhaben unterstützen?

Wir waren bei Die Höhle der Löwen und haben dort eine Zusage von Carsten Maschmeyer bekommen. Jedoch hat sich nach der Due Diligence ergeben, dass die Chemie einfach nicht so passt wie vorerst gedacht. Mit beidseitigem Einverständnis ist dadurch eine Investition nicht zustande gekommen. Wir haben dafür einen Business Angel mit ins Boot geholt: Er ist Rechtsanwalt, selbst 2-facher Gründer und Business Coach. Er unterstützt uns nicht nur finanzieller- sondern vor allem in strategischer Sicht.

Wo sitzt Ihr und warum habt Ihr Euch für diesen Standort entschieden? Was findet Ihr besonders gut an Eurem Standort?

Santosh kommt aus Köln, Frank aus Bonn, daher war es für uns klar, dass es einer der beiden Standorte wird. Im Januar 2017 sind wir durch ein Stipendium im Januar 2017 an den Startplatz gekommen – das war das Beste, was uns passieren konnte. Es ist das Epizentrum der Start-up Szene in Köln. Wir haben dadurch fantastische Leute kennen gelernt, ein großes Netzwerk aufgebaut, die Atmosphäre ist gut und immer wieder bekommt man Zugang zu Presse, Pitchwettbewerben, Workshops, etc. Das hat uns sehr weitergeholfen!

Was sind Eure Planungen für die nächsten Jahre? Wird es eine kleine / größere Finanzierungsrunde geben? Wachstumsprognose etc.?

Der Plan ist, im Sommer eine weitere Finanzierungsrunde zu machen. Ansonsten wachsen wir weiter sehr gut und haben inzwischen das größte Partner-Netzwerk in Deutschland. Das Wachstum beruht einerseits auf der steigenden Auftragszahl von Pannen, die wir erfolgreich vermitteln, zweitens beruht er auf dem Fokus auf B2B-Partnerschaften, den wir gesetzt haben. So konnten wir Kooperationen mit der Gothaer, Bosch und der KRAVAG Versicherung abschließen. Bezüglich der Finanzlage planen wir, im Sommer eine neue Finanzierungsrunde abzuschließen.

Was waren die größten Schwierigkeiten, die Ihr auf Eurem Gründungsweg überwinden musstet?

Die Bürokratie in der Gründungsphase, mit den vielen Kleinigkeiten, die es zu beachten gab. Zweitens die Buchhaltung und steuerliche Angelegenheiten – nicht einfach, wenn man nicht aus einem Unternehmerhaushalt oder der Finanzwelt kommt. Sobald wir konnten, haben wir dies an Experten ausgelagert.

Welche Informationsquellen für Gründer (Blogs, Webangebote, Magazin, Bücher, Beratungsstellen) könnt ihr anderen Gründern empfehlen?

Inzwischen hat jede Stadt gute Gründerangebote, um sich dort Rat abzuholen – das sollte man zu Beginn in Anspruch nehmen. Zudem bieten gute Coworking Spaces nicht nur ein tolles Netzwerk, sondern auch entsprechende Beratung an. Zuletzt empfehlen wir Meet-ups und Netzwerkabende, um gleichgesinnte zu finden und sich auszutauschen.

Gibt es Vorbilder aus der Gründer- bzw. Startup-Szene?

Wegen seiner unglaublichen visionären Kraft: Elon Musk!

Was würdet Ihr Euch von der Gründerlandschaft in Deutschland oder in eurem Fall von Köln als Standort wünschen?

Es wäre wünschenswert, wenn man das Bürokratiemonster für Gründer abbaut und mehr finanzielle staatliche Unterstützung, zum Beispiel in Form von Gründerstipendien anbietet.

Previous ArticleNext Article

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.