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Hausverkauf: Privat oder mit Immobilienmakler? Ein Vergleich

Der Verkauf der eigenen Immobilie ist oft die größte finanzielle Transaktion im Leben eines Eigentümers. Neben den emotionalen Aspekten – schließlich hängen oft Jahre voller Erinnerungen an dem Haus – steht vor allem eine rationale Entscheidung im Raum: Verkaufe ich privat oder beauftrage ich einen Immobilienmakler wie www.immofly.de – Immobilienmakler in Heinsberg?

Auf den ersten Blick scheint die Antwort einfach: Wer privat verkauft, spart sich die Provision. Doch ist diese Rechnung wirklich so simpel? In diesem Artikel vergleichen wir beide Wege detailliert, beleuchten die Risiken und Chancen und helfen Ihnen zu entscheiden, welcher Weg für Sie der richtige ist.

Der Privatverkauf: Volle Kontrolle, aber hoher Aufwand

Der Hauptantrieb für den privaten Hausverkauf ist fast immer finanzieller Natur. Die Aussicht, die Maklercourtage zu sparen (die sich seit der Gesetzesänderung 2020 oft zwischen Käufer und Verkäufer teilt), ist verlockend.

Die Vorteile des Privatverkaufs

  • Kostenersparnis: Keine Provision bedeutet, dass theoretisch mehr vom Verkaufspreis bei Ihnen bleibt.
  • Direkter Kontakt: Sie lernen die potenziellen Käufer persönlich kennen und entscheiden allein, wer den Zuschlag erhält.
  • Kontrolle: Sie bestimmen das Tempo, die Besichtigungstermine und die Marketingstrategie selbst.

Die Herausforderungen und Risiken

Viele Eigentümer unterschätzen den Arbeitsaufwand massiv. Ein Hausverkauf ist ein Full-Time-Job, wenn man ihn richtig machen will.

  1. Fehlerhafte Immobilienbewertung: Ohne Marktzugang und Erfahrung neigen Eigentümer dazu, den Preis entweder zu hoch (die Immobilie wird zum „Ladenhüter“) oder zu niedrig (finanzieller Verlust) anzusetzen. Oft fließt der emotionale Wert in den Preis ein, den der Markt jedoch nicht honoriert.
  2. Mangelnde Erreichbarkeit: Interessenten rufen oft tagsüber an oder wollen am Wochenende besichtigen. Sind Sie berufstätig, geht Ihnen hier wertvolle Nachfrage verloren.
  3. Rechtliche Fallstricke: Energieausweis, Grundbuchauszug, Baulastenverzeichnis – fehlen Unterlagen oder sind Angaben im Exposé falsch, drohen Schadensersatzforderungen oder die Rückabwicklung des Kaufvertrags.
  4. Verhandlungsgeschick: Es ist schwer, objektiv über das eigene Zuhause zu verhandeln. Kritik an der Immobilie (z.B. „Das Bad ist altmodisch“) nehmen Eigentümer oft persönlich, was den Verkaufsabschluss gefährden kann.

Der Verkauf mit Immobilienmakler: Expertise und Sicherheit

Die Beauftragung eines Experten kostet Geld, bietet aber im Gegenzug eine professionelle Abwicklung und oft einen höheren Verkaufserlös. Ein Immobilienmakler fungiert nicht nur als Türöffner, sondern als Manager des gesamten Verkaufsprozesses.

Die Vorteile eines Immobilienmaklers

1. Professionelle Wertermittlung Ein lokaler Immobilienmakler kennt den Markt in Ihrer Region genau. Er nutzt Vergleichswerte und professionelle Verfahren, um den optimalen Angebotspreis zu ermitteln. Dieser realistische Preis ist der wichtigste Faktor für einen zügigen Verkauf.

2. Hochwertiges Marketing Handyfotos reichen heute nicht mehr aus. Makler erstellen professionelle Fotos, virtuelle 360-Grad-Rundgänge und aussagekräftige Grundrisse. Zudem haben sie Zugriff auf große Kundenkarteien. Oft wird die Immobilie an vorgemerkte Suchkunden verkauft, bevor sie überhaupt auf den großen Portalen erscheint.

3. Filterung der Interessenten Ein riesiger Vorteil ist die Zeitersparnis. Der Immobilienmakler prüft Interessenten vorab. Er filtert „Besichtigungstouristen“ heraus und prüft die Bonität potenzieller Käufer. So finden nur echte Kaufinteressenten mit gesicherter Finanzierung den Weg in Ihr Wohnzimmer.

4. Verhandlungsstärke Als neutrale Instanz kann der Makler Preisverhandlungen sachlich und zielorientiert führen. Er weiß, welche Einwände berechtigt sind und wie man sie entkräftet. Statistiken zeigen oft, dass Makler durch ihr Verhandlungsgeschick einen höheren Endpreis erzielen, der die Provisionskosten nicht nur deckt, sondern oft übersteigt.

Die Nachteile

  • Provision: Bei erfolgreichem Verkauf wird die Courtage fällig.
  • Bindung: Mit einem Makleralleinauftrag binden Sie sich für eine gewisse Zeit an einen Dienstleister. Daher ist die Wahl des richtigen Partners entscheidend.

Der direkte Vergleich: Wann lohnt sich was?

Lassen Sie uns die beiden Optionen anhand von drei entscheidenden Kriterien gegenüberstellen.

Faktor 1: Der Faktor Zeit

Haben Sie Zeit, sich um hunderte Anrufe, E-Mails und Dutzende Besichtigungstermine zu kümmern? Haben Sie Zeit, Ämtergänge für fehlende Unterlagen zu erledigen?

  • Privat: Kostet Sie viele Abende und Wochenenden.
  • Immobilienmakler: Übernimmt den kompletten Prozess, Sie müssen nur zum Notartermin erscheinen.

Faktor 2: Der Faktor Sicherheit

Kennen Sie die aktuelle Rechtslage? Wissen Sie, wie man einen rechtssicheren Vorvertrag aufsetzt und worauf beim Notarvertrag zu achten ist?

  • Privat: Sie haften für Ihre Angaben. Fehler können teuer werden.
  • Immobilienmakler: Bietet Sicherheit durch Fachwissen und Haftpflichtversicherung. Er bereitet den Kaufvertrag vor und begleitet die Übergabe.

Faktor 3: Das finanzielle Ergebnis

Dies ist der wichtigste Punkt. Ein Rechenbeispiel: Sie verkaufen privat für 400.000 Euro, weil Sie den Markt nicht genau kennen oder schlecht verhandeln. Sie sparen ca. 14.000 Euro Provision (Ihr Anteil). Ein Immobilienmakler bewertet das Haus marktgerecht, inszeniert es besser (Home Staging) und verhandelt geschickt einen Preis von 440.000 Euro. Selbst nach Abzug der Provision bleibt Ihnen unter dem Strich ein deutliches Plus.

Merke: Die Provision ist nur dann teuer, wenn der Makler keinen Mehrwert liefert. Ein guter Makler finanziert sich durch den Mehrerlös selbst.

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