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Aktienindizes einfach erklärt – die wichtigsten Informationen im Überblick

Börsenentwicklungen können nur schwer vorhergesagt werden. Zu vielfältig sind die Einflüsse makroökonomischer, gesellschaftlicher und politischer Faktoren auf global miteinander verbundene Märkte. Um trotzdem einen Überblick über die Vielzahl hochvolatiler Kursentwicklungen behalten und auf einer verlässlichen Datengrundlage Investment-Entscheidungen treffen zu können, wurden Indizes entwickelt. Hier erfahren Sie, wie DAX, Dow Jones & Co. funktionieren und wie man sie als Anleger richtig nutzt.

So funktionieren Indizes

Indizes liefern aggregierte Informationen über die Unternehmen eines wirtschaftlichen Teilbereichs. Man errechnet sie, indem man die Summe der Tageskurse aller enthaltenen Aktien ermittelt, diese durch die Summe der im Index befindlichen Unternehmen dividiert und den Wert anschließend mit 100 multipliziert. Wenn es sich um spezielle Performance-Indizes handelt, werden außerdem noch Faktoren wie Dividenden- und Bonuszahlungen einbezogen.

Das Ergebnis der Rechnung ist eine Zahl, die in Relation zu vorangegangenen Werten Auskunft darüber gibt, wie sich ein spezielles Marktsegment entwickelt. Ohne umfassende Detailkenntnisse kann man sich so einen schnellen Überblick verschaffen und die aktuelle wirtschaftliche Lage in einem Bereich beurteilen.



Hinweis: Auch wenn Indizes eine gewisse Orientierungshilfe beim Kauf von Aktien bieten, ist es doch gerade für Einsteiger schwierig, lohnende Werte zu finden und auch über lange Zeiträume erfolgreiche Investments zu tätigen. Hilfe können in diesem Fall Börsenbriefe und Musterdepots bieten.

Nach welchen Kriterien werden Indizes erstellt?

Die meisten Indizes fassen die Unternehmen eines Wirtschaftssegments mit der höchsten Marktkapitalisierung zusammen. Dabei sind vor allem die Leitindizes hervorzuheben, die sich aus den jeweils umsatzstärksten Unternehmen zusammensetzen (Blue Chips). Wichtige Leitindizes sind der DAX in Deutschland, der Dow Jones in den USA und der Nikkei in Japan.

Darüber hinaus werden Indizes noch nach vielen weiteren Kriterien zusammengestellt. An den jeweiligen Branchen orientieren sich zum Beispiel der TecDAX für Technologieunternehmen und der DIMAX für Immobilien-AGs. Wieder andere Indizes legen ihren Fokus auf ökologische Nachhaltigkeit (Naturaktienindex (NAI), Aktienindex für erneuerbare Energien (RENIXX) oder die Inhaberstruktur (German Entrepreneurial Index (GEX).

Um die Aussagekraft eines Index‘ vor dem Hintergrund sich permanent vollziehender wirtschaftlicher Veränderungen zu erhalten, nehmen die Indexherausgeber regelmäßig Anpassungen vor. Wie diese genau funktionieren, erklärt die Börse Frankfurt in diesem Informationsartikel.



So kann man in Indizes investieren

Will man als Anleger mit Indizes Renditen erzielen, tut man dies üblicherweise mit Indexfonds. Dabei handelt es sich um ETFs, deren Zusammensetzung denen des gewünschten Index‘ entspricht. Die Anleger zahlen in einen gemeinsamen Geldpool ein, der von einer Fondsgesellschaft gemanagt wird. Diese schüttet die Gewinne entweder an die Anleger aus oder reinvestiert sie, wodurch der Wert der Anteile steigt.

Ein wesentlicher Vorteil von Fonds besteht in ihrer Sicherheit. Verzeichnet ein einzelner Wert Kursverluste, wirkt sich dies nur eingeschränkt auf das Gesamtinvestment aus, da sie durch Gewinne anderer Kurse kompensiert werden. Ein Vorteil speziell von Indexfonds besteht darin, dass anders als bei aktiv gemanagten Fonds keine Verwaltungsgebühren anfallen. Dennoch sollte man als Anleger regelmäßig fundierte Analysen über die enthaltenen Unternehmen prüfen, um den Erfolg des Fonds korrekt einschätzen zu können.

Hinweis: Um ein ausgewogenes Portfolio zu unterhalten, sollte man darauf achten, in verschiedene Anlageklassen zu investieren. Auf diese Weise hat man einerseits die Möglichkeit, in verschiedensten Marktsituationen Renditen zu erwirtschaften, andererseits ist man gegen unerwartete Kurseinbrüche einzelner Werte geschützt.

Weiterführende Informationen

Bild: ©Elnur/Adobe Stock

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