Finanzen

Venezuela startet erfolgreich den Verkauf von eigener Kryptowährung

Als erster Staat der Welt hat Venezuela mit dem sogenannten Petro eine eigene digitale Währung eingeführt. Am Dienstag startete der Vorverkauf für die ersten 38 Millionen von insgesamt  100 Millionen Einheiten der Kryptowährung. Mit ihrem ungewöhnlichen Schritt möchte die Regierung die Wirtschaft ankurbeln. Diese ist aufgrund von Missmanagement, Korruption und den US-Sanktionen seit Jahren unter Druck. Auch die Währung des Landes, der Bolivar, durchlebt eine schwere Krise, denn das Land erlebt eine Hyperinflation von zuletzt über 2.600 Prozent. Der Start scheint geglückt, spülte der Vorverkauf doch Hunderte Millionen US-Dollar in die klammen Staatskassen des Landes. Nach Angaben des Präsidenten Maduro  seien demnach am ersten Vorverkaufstag stattliche 735 Millionen Dollar eingenommen worden. Momentan liegt der Petro bei dem Referenzkurs von einem Barrel Öl, was zur Zeit rund 60 Dollar entspricht. Das weckt natürlich das Interesse von Investoren, die nach lohnenden Anlageobjekten fahnden.

Allerdings gibt es in Bezug auf den Petro einige Unwägbarkeiten zu bedenken. In Venezuela genießen Kryptowährungen aufgrund der hohen Inflation große Popularität. Sie dienen vielen Menschen als Schutz vor dem Wertverfall der Landeswährung Bolivar, da andere Devisen wie Dollar in Venezuela derzeit nur auf dem Schwarzmarkt erhältlich sind. Somit sind Bitcoin und Co. neben Edelmetallen wie Gold zur Zeit die einzige Möglichkeit, das Vermögen zu sichern. Auch der Staat benötigt die Einnahmen durch den Petro dringend, denn die Kassen sind leer. Eigentlich ein Wunder bei einem Land, das über die größten Erdölreserven der Welt verfügt. Aber auch hier haben der niedrige Ölpreis in Verbindung mit Missmanagement und fehlenden Investitionen in Ausrüstung und Infrastruktur dazu geführt, dass die Ölindustrie am Boden liegt und das Land Benzin inzwischen sogar importieren muss.

Mögliche Investoren sollten in diesem Punkt aufhorchen, denn der Petro wird mit den natürlichen Ressourcen des Rohstoffs Öl abgesichert. Ein weiteres Risiko liegt in der hohen Volatilität von Kryptowährungen. Vielen ist sicherlich das Bitcoin-Kursfeuerwerk aus dem vergangenen Jahr noch gut in Erinnerung. Anfang Januar erfolgte jedoch ein beispielloser Absturz, bei dem sich der Wert innerhalb von wenigen Tagen mehr als halbiert hat, ehe er wieder um ein Viertel anzog. Angesichts dieser extremen Schwankungen agieren Anleger verständlicherweise zur Zeit abwartend, wenn es um ein Investment in das virtuelle Geld geht. Deshalb sollte ein möglicher Einstieg in neue Währungen wie den Petro sehr kritisch hinterfragt werden. Kein Wunder, dass Investoren deshalb weiterhin stark auf Aktien setzen. Zwar gab es auch hier in letzter Zeit einige Korrekturen, aber die grundsätzlichen Rahmenbedingungen lassen eine positive Entwicklung in 2018 erwarten. Wer weiter auf die Börsen setzen möchte, kann online bei Plattformen wie Weiss Finance hervorragend mit den Anteilen handeln. Zudem fällt es am Aktienmarkt leichter, sich über Umfeld und Chancen von interessanten Unternehmen zu informieren. Diese Transparenz fehlt bei den Kryptowährungen leider viel zu oft, weshalb immer mehr Institutionen und Experten und von einem Einstieg abraten.

Auch die USA warnen eindringlich vor dem Kauf der Petros. Da es sich bei dem Petro um ein offizielles Produkt des Staates und im Endeffekt um einen Kredit für die venezolanische Regierung handele, führe der Kauf zu einer Verletzung der US-Sanktionen gegen das lateinamerikanische Land. Diese wurden erst vor einem knappen Jahr vom US-Präsidenten Donald Trump verschärft. So verbieten sie unter anderem explizit, in jegliche neu ausgegebenen Anleihen des Landes zu investieren. Aber auch von der Anhängerschaft der Digitalwährungen kommt Kritik. Es gibt nicht wenige, die dem Schritt Venezuelas ablehnend gegenüberstehen. Schließlich wurden Kryptowährungen nicht zuletzt entwickelt, um staatliche Kontrollen zu vermeiden.

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