Finanzen

Rohstoffe – Investments mit besonderen Chancen und Risiken

Energieträger, Edelmetalle, Industriemetalle oder Agrarprodukte – es gibt eine Vielzahl an Rohstoffen, die für Investments in Frage kommen. Wer sich hier engagiert, hofft vor allem auf eine vorteilhafte Preisentwicklung, denn regelmäßige Erträge in Form von Zinsen oder Dividenden werfen Rohstoffe nicht ab. Die Anlage bleibt eine riskante Sache.

Rohstoffpreise sind schwer zu kalkulieren. Das hängt damit zusammen, dass jeweils eine Vielzahl an Faktoren Angebot und Nachfrage bestimmen. Neben längerfristigen Einflüssen wie der wirtschaftlichen Entwicklung spielen oft auch kurzfristige Ereignisse eine wichtige Rolle bei der Preisbildung. Wer hätte Mitte 2014 bei einem Ölpreis von über 100 Dollar pro Barrel die Prognose gewagt, dass der Preis bis Anfang 2016 auf unter 30 Dollar fallen würde? Bei anderen Rohstoffen sieht es nicht anders aus. Bei Agrarrohstoffen ist zum Beispiel das Wetter eine schwer berechenbare Größe. Hinzu kommt das Wechselkursrisiko. Da Rohstoffe überwiegend in US-Dollar gehandelt werden, müssen Investoren aus dem Euro-Raum mit Währungseffekten rechnen.

Rohstoffpreis – starke Preisschwankungen sind typisch

Die hohe Volatilität der Rohstoffpreise zeigt sich auch in den aktuellen Marktentwicklungen. Hier drei Beispiele:

– In den USA sorgte zuletzt eine hohe Raffinerieauslastung im Zusammenhang mit dem verstärkten Export von Ölprodukten für gute Marktaussichten, obwohl die Ölpreise zuletzt wieder stärker unter Druck geraten waren;
– bei Kokskohle sind besonders starke Preisschwankungen zu beobachten. Hier waren die Preise im letzten Jahr wegen einer chinesischen Angebotsverknappung in die Höhe geschossen. Anfang 2017 gab es dann einen Preiseinbruch und aktuell sind die Preise wegen der Auswirkungen des Zyklons „Debbie“ auf die australische Kohleförderung wieder gestiegen;
– die Notierungen für Eisenerze sind im Vergleich zum März um über 20 Prozent gefallen, da weitere Erzminen demnächst die Produktion aufnehmen, dürfte der Preisdruck anhalten.

Langfristiger Vermögensaufbau oder Spekulation?

Man kann Rohstoff-Investments grundsätzlich langfristig orientiert im Sinne eines systematischen Vermögensaufbaus sehen oder kurzfristig im Sinne der Spekulation auf bestimmte Kurs- oder Preisentwicklungen. Als Teil einer Vermögensstrategie, die bei der Vermögensbildung neben Aktien, verzinslichen Anlagen und anderen Anlageklassen auch Rohstoffe berücksichtigt, lassen sich Rohstoff-Investments unter dem Aspekt der Risikodiversifikation gut begründen.

Rohstoff-Spekulationen haben dagegen aufgrund der vielen Unwägbarkeiten etwas „Spielerisches“ an sich und sind eher etwas für Akteure, die bei solchen Wetten auch Verluste verkraften können.

Möglichkeiten für Rohstoff-Investments

Für beide Zwecke stehen Instrumente zur Verfügung, die auch von „Durchschnittsanlegern“ genutzt werden können. Der physische Erwerb der Rohstoffe kommt allenfalls bei Edelmetallen in Betracht. Ansonsten erfolgt das Rohstoff-Investment über Derivate.

Für Vermögensaufbau eignen sich zum Beispiel ETC’s – Exchange Traded Commodities: Rohstoff-Zertifikate, deren Kurse sich auf bestimmte Rostoffpreise oder -indizes beziehen. Eine andere Möglichkeit sind Aktienfonds oder Indexfonds, die Anlageschwerpunkte im Bereich rohstofforientierter Unternehmen haben.

Deren Kursentwicklung ist allerdings nicht immer gleichläufig mit der der jeweiligen Rohstoffe. Hochspekulative Instrumente sind dagegen rohstoffbezogene Optionen, Optionsscheine und CFD’s – hier droht bei unerwarteten Preisschwankungen schnell ein Totalverlust.

Weitere Informationen der aktuellen Marktberichte der Deutschen Bank 

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