Interviews, Startups

Interview mit Florian Dorfbauer von Usersnap – „Bisher waren wir hauptsächlich in den USA aktiv“

Kannst du dich bitte unseren Lesern kurz vorstellen? Wer bist du und was machst du?

Hallo, ich bin Flo und der CEO von Usersnap.

Was genau macht Euer Start-Up und was ist das Besondere an Eurer Geschäftsidee?

Usersnap ist ein Bug Tracking und Feedback-Tool für visuelle Kommunikation. Webentwickler, Designer, Software-Tester aber auch Kundenservice-Mitarbeiter können mithilfe von Screenshots visuell kommunizieren und einfach zusammenarbeiten. Das Besondere daran ist, dass Screenshots direkt im Browser annotiert und mit Kollegen geteilt werden können.

Gab es bereits eine Seed-Finanzierung? Crowdfunding? Oder gibt es Business-Angel die euch bei eurem Vorhaben unterstützen?

Wir haben 2013 eine Seed-Finanzierung von dem österreichischen Investor Speedinvest und vier weitere Investments von Business Angels aus Europa und den USA. Zusätzlich hat uns der Austria Wirtschaftsservice unterstützt.

Wo sitzt Ihr und warum habt Ihr Euch für diesen Standort entschieden? Was findet Ihr besonders gut an Eurem Standort?

Wir sind inzwischen ein 10-Personen-Team und haben zwei Standorte, eine in Wien und einen in Linz. Wien ist in den letzten Jahren als Startup-Standort merklich gewachsen und in Linz sind inzwischen sehr viele Technologie-Firmen angesiedelt, daher passt das sehr gut für uns.

Was sind Eure Planungen für die nächsten Jahre? Wird es eine kleine / größere Finanzierungsrunde geben? Wachstumsprognose etc.?

Wir haben in diesem Jahr unser Produkt auf dem deutschsprachigen Markt gelauncht. Bisher waren wir hauptsächlich in den USA aktiv und haben inzwischen mehr als 1000 Kunden mit 25.000 individuellen Usern. Zu unseren Kunden gehören u. a. auch Unternehmen wie Facebook, Google, Microsoft, IBM und Runtastic.

Was waren die größten Schwierigkeiten, die Ihr auf Eurem Gründungsweg überwinden musstet?

Wir hatten am Anfang etliche Baustellen, an denen wir gleichzeitig arbeiten mussten. Das fing an mit Produktentwicklung und Finanzierung bis hin zur Gestaltung einer ansprechenden Webpräsenz, Marketing und Einstellung von hoch qualifizierten Mitarbeitern. Das Problem ist, dass man all diese Dinge am Anfang mit begrenzten Ressourcen zur gleichen Zeit bewältigen muss. Inzwischen haben wir viel gelernt und arbeiten nun mit unserem Team auf einer ganz anderen Ebene zusammen.

Welche Informationsquellen für Gründer (Blogs, Webangebote, Magazin, Bücher, Beratungsstellen) könnt ihr anderen Gründern empfehlen?

Wir lesen natürlich die üblichen Startup-Blogs wie Gründerszene, Deutsche Startups oder t3n. Daneben lesen wir aber auch sehr viele Tech-Blogs (Specky Boy, Smashing Magazine, Six Revisions). Ich kann jedem nur raten soviel wie möglich zu lesen, Online-Kurse zu machen, Webangebote zu nutzen: Information wird immer demokratischer und einfacher zugänglich. Nutzt dieses Angebot.

Würde ich nochmal von vorne beginnen, wäre “How to start a Startup” vermutlich die beste Informationsquelle für Gründer (http://startupclass.samaltman.com/) – auch Paul Graham kann man uneingeschränkt empfehlen http://www.paulgraham.com/articles.html

Hier noch drei Bücher, in die ich immer wieder reinlese:

Bill Walsh, “The Score Takes Care of Itself: My Philosophy of Leadership” und

Al Ries, Jack Trout: “Positioning: The Battle for Your Mind”

Brad Feld, Jason Mendelson: “Venture Deals: Be Smarter Than Your Lawyer and Venture Capitalist”

Gibt es Vorbilder aus der Gründer- bzw. Startupszene?

Klar! Im eigenen Umfeld, d.h. aus der österreichischen Startup-Szene ist das z. B. Thomas Schranz, der das international erfolgreiche Projektmanagement-System Blossom gegründet hat und ein switched-on mind hat. Aus dem Investoren-Bereich fällt mir Tomasz Tunguz ein, der Venture Capitalist bei Redpoint ist und einen SaaS-Blog betreibt. Auch von Christoph Janz bin ich begeistert: vieles von meinem SaaS Wissen stammt aus seinem Blog.

Was würdet Ihr Euch von der Gründerlandschaft in Deutschland oder auch an eurem Standort wünschen?

Es gibt in der österreichischen Startup-Szene immer noch sehr wenig Diversity, die wir für notwendig für ein gesundes Startup-Ecosystem halten. Da kann sich noch einiges verbessern.  Ausserdem verträgt Österreich noch einige Frühphasen-Investmentfonds. Letztlich brauchen wir noch einige richtig große Erfolgsstories, die das gesamte Ecosystem befeuern. Die ersten Erfolge gibt es bereits!

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