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So klappt es mit der Wachstumsfinanzierung – 5 Erfolgsfaktoren

Ausländische Investoren interessieren sich zunehmend für Digitalunternehmen aus Deutschland. Doch schlagzeilenträchtige Finanzierungsrunden für die ersten Elefanten im Mikrokosmos der deutschen Start-ups sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass insbesondere in der Wachstumsfinanzierung noch eine große Lücke klafft. Die Suche nach Geldgebern ist für die meisten Start-ups immer noch sehr schwierig. Wer aber ein paar elementare Spielregeln beachtet, erhöht zumindest seine Erfolgsaussichten.

  1. Selbstkritische Beurteilung ist der erste Schritt

Nicht selten erleben wir, dass sich Start-Up-Unternehmer zu voreilig auf die Suche nach Wachstumskapital begeben. Sie beantworten die Frage nach der Skalierbarkeit ihres Geschäftsmodells zu optimistisch. Um nach einer erfolgreichen Early-Stage-Phase die nächste Runde einzuläuten, müssen Start-Ups glaubhaft darlegen können, dass ihre Prozesse auch bei deutlich höheren Geschäftsvolumina funktionieren. Das bloße Bauchgefühl reicht hier bei weitem nicht aus. Nur wer realistisch darlegt, dass sein Geschäftsmodell nachhaltig skalierbar ist, wer seine Metriken bis ins Detail kennt, und nur wer genau weiß, wie seine Vertriebskanäle funktionieren, kann im Pitch um eine Wachstumsfinanzierung überzeugen.

  1. Fundraising erfordert Projektmanagement

Fundraising ist ein Prozess, der gut vorbereitet und gemanagt werden muss. Es bedarf eines genauen Zeitplans, in dem Verantwortlichkeiten, Termine, Ansprechpartner und die erforderlichen Dokumente festgehalten werden. Das klingt banal, verschafft aber den notwendigen Überblick und schützt davor, sich in entscheidenden Momenten zu verzetteln. Auch Unterstützung durch einem externen Berater sollte kein Tabu sein. In Investitionsrunden hohe Summen einzuwerben ist gerade in Deutschland nicht leicht. Da kann der Rat eines erfahrenen und neutralen Partners mit einem breiten Netzwerk bares Geld wert sein. Überzeugen müssen am Ende aber immer die Gründer selbst. Zudem empfiehlt es sich, besonderes Augenmerk auf die Incentivierung und Vergütung der Berater zu legen, damit sichergestellt ist, dass Gründer, Gesellschafter und Berater auch dasselbe Ziel verfolgen.

  1. Make friends before you need them

Start-ups sind mit der Einstellung „je mehr, desto besser“ schlecht beraten. Das willkürliche kontaktieren möglichst vieler Investoren kostet oft nur wertvolle Zeit und Energie. Der Ansprache muss die genaue Identifikation geeigneter Investoren vorangehen. Hier spielt vor allem die Frage „Passt mein Start-Up überhaupt in das Portfolio des Investors?“ eine wichtige Rolle. Peinlich wird es stets dann, wenn Start-Ups bei Investoren anfragen, die bereits beim eigenen Wettbewerber investiert sind. Unsere Erfahrung hat zudem gezeigt, dass Investoren nicht in Punkten, sondern in Linien investieren.  Start-Ups sollten deshalb frühzeitig den Kontakt zu ausgewählten Investoren suchen – am besten zu einer Zeit, zu der sie noch kein Geld benötigen. Wer sich und sein Geschäft bei verschiedenen Treffen mit dem Wunschinvestor in einem guten Licht präsentiert, erhöht seine Chancen auf eine Wachstumsfinanzierung. Denn der Investor merkt sich genau, wie ein Unternehmen bei verschiedenen Anlässen auftritt und ob es Brüche in der Entwicklung gibt. Erst wenn der Investor kontinuierlich gute Impulse wahrnimmt, wird er sein Kapital investieren.

  1. Wer fantasiert, verliert

Eine solide Wachstumsstrategie ist oftmals der finale Türöffner. Junge Unternehmer befinden sich hier auf einem schmalen Grat: Einerseits wollen sie den Investoren mit einem ausgezeichneten Return-Profil imponieren, dürfen sich aber andererseits nicht dazu hinreißen lassen, unrealistische Zahlen oder gar Fantasiegebilde zu präsentieren. Wer Zahlen übermäßig schönt, spielt nicht nur mit seiner Glaubwürdigkeit, sondern setzt auch seinen Ruf aufs Spiel. Überzeugen kann letztendlich nur ein skalierbares Geschäftsmodell. Wer es schafft, dieses Potenzial in einem realistischen Businessplan aufzuzeigen, kommt der ersehnten Finanzspritze ein erhebliches Stück näher.

  1. Auf das richtige Timing kommt es an

Zu guter Letzt: Es kommt, wie so oft, auf das Timing an. Viele Start-Ups unterschätzen, wie lange sich der Prozess des Fundraising hinziehen kann. Wer einen Kaltstart riskiert, also seinem potentiellen Investor vor dem Fundraising noch nie begegnet ist, tut sich keinen Gefallen. Noch einmal: Make friends before you need them. Für das Einsammeln von Wachstumskapital sollten im Minimum drei Monate eingeplant werden. Wer in Geld- und Zeitnot gerät, hat schlechte Karten. Investoren haben oftmals ein ausgeprägtes Gespür dafür, wenn Start-Ups verzweifelt sind – das drückt den Preis.

Quelle und weitere Informationen sind verfügbar unter: www.capnamic.de   

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