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Scalable Capital bringt die professionelle Vermögensverwaltung in die Mitte der Gesellschaft

Mit dem Markteintritt von Scalable Capital erhalten Privatanleger in Deutschland erstmals Zugang zu einer kostengünstigen, professionellen Vermögensverwaltung. Das Münchner Fintech Start-up bietet seinen Kunden ein global diversifiziertes und auf die persönliche Risikoneigung zugeschnittenes ETF-Portfolio, das mit Hilfe einer ausgefeilten Risikomanagement-Technologie rund um die Uhr überwacht und verwaltet wird. Dabei ist die individuelle Risikotoleranz der Anleger der Gradmesser für sämtliche Investmententscheidungen.

„Vermögensverwaltung ist normalerweise ein elitäres Produkt für sehr wohlhabende Anleger. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die professionelle Vermögensverwaltung in die Mitte der Gesellschaft zu bringen“, sagt Erik Podzuweit, Mitgründer und Co-CEO von Scalable Capital. „Mit einem online-basierten Service und einem Mindestanlagebetrag von 10.000 Euro sprechen wir vor allem digital-affine Menschen an, die einen erstklassigen und umfassenden Service für Ihre Geldanlage suchen, der moderne Technologie und wissenschaftliche Erkenntnisse vereint. Als regulierter Finanzdienstleister dürfen wir unseren Kunden die Verwaltung ihrer Geldanlage komplett abnehmen. Damit sind wir die erste echte Alternative zu herkömmlichen Banken oder Fondsanbietern.“

„Wir wollten eine Art der Geldanlage schaffen, die wir selber nutzen würden und bedingungslos unseren Freunden empfehlen können. Denn leider gab es auf die einfache Frage “Was soll ich mit meinem Geld machen?” bislang keine wirklich gute Antwort“, ergänzt Mitgründer und Co-CEO Florian Prucker.

Die besten Indexfonds ausgewählt

Scalable Capital stellt seine Kundenportfolios ausschließlich aus Indexfonds, sogenannten Exchange Traded Funds (ETFs), zusammen. Die Auswahl der ETFs unterliegt einem aufwendigen Auswahlprozess. Aus mehr als 1.500 ETFs wählt das Unternehmen hinsichtlich ihrer Kosten, Liquidität und Tracking-Errors aus. Die ausgewählten Indexfonds decken die Anlageklassen Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Immobilien ab und bilden über 2.000 Einzelwerte und rund 50 Länder ab.

Die Gewichtung der Anlageklassen hängt von der individuellen Risikotoleranz des Anlegers ab. Zu Beginn werden vom Kunden Daten zu Anlageziel, Finanzsituation und individueller Risikotoleranz erhoben. Auf Basis dieser Daten wird jeder Kunde einer von mehr als 20 Risikokategorien zugeordnet. Jeder Risikokategorie ist ein konkretes Verlustrisiko zugeteilt. Dieses Verlustrisiko gibt den Jahresverlust an, der mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent nicht überschritten wird. Höhere Risikokategorien ermöglichen ein höheres Renditepotential. Allgemeine, nicht konkrete Risikoklassifizierungen wie „moderates“ oder „chancenorientiertes Portfolio“ gibt es bei Scalable Capital nicht. Jeder Kunde weiß von Beginn an, wie viel Risiko er eingeht.

Dynamische Portfolioverwaltung

Zentraler Baustein in dem Angebot von Scalable Capital ist eine eigens entwickelte Risikomanagement-Technologie, die die Geldanlage mit Blick auf die vom Kunden gewählte Risikokategorie optimiert. Diese hat das Unternehmen zusammen mit Professor Stefan Mittnik, Inhaber des Lehrstuhls für Finanzökonometrie sowie Leiter des Center for Quantitative Risk Analysis an der Ludwig-Maximilian-Universität in München, entwickelt.

„Unser Risikomodell trägt dem Umstand Rechnung, dass sich Kursentwicklungen nicht vorhersagen lassen. Risiken jedoch können vor allem kurzfristig sehr gut prognostiziert werden. Risiko ist die Währung, um langfristige Performance einzukaufen und unsere Kunden entscheiden selbst, wie viel Risiko sie auf den Tisch legen wollen“, sagt Florian Prucker.

Keine versteckten Kosten

Scalable Capital bietet seinen Service zu einem Bruchteil der Kosten vergleichbarer Geldanlagen an und sorgt somit dafür, dass die Performance nicht durch unnötige Kosten aufgezehrt wird. „Wir sind von Kosteneffizienz besessen. Alle Kostentreiber, die für eine erfolgreiche Geldanlage unnötig sind, haben wir durch Technologie ersetzt. Wir betreiben kein Filialnetz, beschäftigen keine Berater oder Fondsmanager, verdienen nicht an der Fondsvermittlung, verwenden keine teuren Anlageprodukte, haben keine versteckten Gebühren, Ausgabeaufschläge oder sonstige Provisionen.“

Die Gesamtkosten betragen jährlich 0,75 Prozent (inkl. MwSt.) der durchschnittlich verwalteten Anlagesumme. Das schließt die Konto- und Depotführung inkl. aller Handelsgebühren für Portfolioumschichtungen ein. Es gibt keine versteckten Kosten, Ausgabeaufschläge oder sonstige Provisionen. Der Mindestanlagebetrag beträgt 10.000 Euro.

Regulierter Finanzdienstleister

Konto und Depot der Kunden werden bei der deutschen Partnerbank von Scalable Capital, der Baader Bank AG, gehalten. Als Vollbank gehört das Haus den Sicherungsmechanismen des Bundesverbandes deutscher Banken an und bietet für Kundenanlagen umfangreichen Einlagenschutz.

Die Wertpapiere werden als Sondervermögen getrennt verwahrt und sind somit auch im Falle einer Insolvenz abgeschirmt. Scalable Capital hat eine Erlaubnis zur Vermögensverwaltung von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erhalten. Als regulierter Finanzdienstleister ist Scalable Capital außerdem Mitglied in der Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EDW).

Namhafte Geldgeber

Das Unternehmen ist solide finanziert. Scalable Capitals Finanzierungsrunde in Höhe von mehreren Millionen Euro ist eine der bisher größten Seed-Finanzierungsrunden in der europäischen Fintech-Szene. Der größte Investor ist Holtzbrinck Ventures, einer der erfolgreichsten Wachstumsfinanzierer Europas. Daneben sind Monk’s Hill Ventures, der Fonds von Peng T. Ong, dem Gründer von match.com und Interwoven, der Berliner Venture-Capital-Anbieter German Startups Group und MPGI, der Fonds von Mato Peric an Bord. Als Business Angels haben Reiner Mauch, Mitgründer von Consors, Rahul Mehta, Managing Partner von Digital Sky Technologies (DST Global), und Steffen Pauls, ehemaliger Managing Director von KKR, investiert. Gründungsgesellschafter sind Erik Podzuweit (vormals Westwing Home & Living und Goldman Sachs), Florian Prucker, Adam French und Patrick Pöschl (zuletzt jeweils Goldman Sachs) sowie Professor Stefan Mittnik.

Warteliste freigeschaltet

Interessierte Anleger können sich ab heute auf der Webseite des Unternehmens (https://scalable.capital) in eine Warteliste eintragen. Diese Interessenten werden im Zuge des für Herbst geplanten offiziellen Betriebsbeginns in der Reihenfolge der Wartelistenplätze freigeschaltet. „Wir wollen unsere Kunden nicht möglichst schnell, sondern reibungslos für unseren Service freischalten. Deshalb gehen wir hier Schritt für Schritt vor“, so Prucker. „Wir starten jetzt in Deutschland, werden unser Geschäft aber schon in wenigen Monaten in andere europäische Länder ausrollen.“

Weitere Information finden Sie unter: https://scalable.capital

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8 Comments

  1. Eine interessante Entwicklung und sicher eine super Sache, wenn man selbst nicht proaktiv investieren möchte. Ich frage mich dabei nur immer, ob diese Veränderung ausreicht, um den Entwicklungen im Bereich des Social-Investing, wo die Vermögensberatung noch weiter „demokratisiert“ wird standhalten kann. Was mir da jetzt noch gefehlt hätte, wären Angaben zur vergangenen Performance.

    LG
    Tobias

    1. Lieber Tobias,

      Danke für Deine positive Einschätzung von Scalable Capital.

      Wir haben unser Investment-Modell natürlich auf Basis historischer Daten getestet, dürfen diese sogenannten Backtesting-Ergebnisse aus regulatorischen Gründen aber nicht publizieren.

      Darüber hinaus warnen wir Investoren jedoch generell davor, Anlageentscheidungen auf Basis der historischen Performance eines Fonds zu treffen, denn vergangene Renditen sagen in der Regel nichts über künftige Performance aus – dazu gibt es einiges an Research, z.B. diese Studie von Standard & Poor’s, die 2010 vom TIME-Magazin veröffentlicht wurde: http://business.time.com/2010/06/21/investing-does-past-performance-matter/. Wichtiger ist es unseres Erachtens, breit gestreut und in kosteneffiziente Produkte zu investieren, weshalb Scalable Capital nur in handverlesene ETFs investiert – die wir übrigens komplett unabhängig von Partnerfirmen und nur im besten Interesse unserer Kunden aussuchen.

      Außerdem bieten wir eine einzigartige Technologie zum Risikomanagement, die es unseren Kunden ermöglicht, ein Portfolio mit im Zeitablauf konstantem Risikoprofil zu halten, wohingegen das Risiko traditioneller Portfolios (z.B. mit einem festen Mix von 60/40 Aktien/Anleihen) mit der jeweiligen Marktsituation schwankt. Dieser Fokus auf einem sehr bewussten Einsatz von Risiko als „Währung“, um Rendite einzukaufen, macht uns einzigartig und ist unseres Erachtens ein hervorragender Weg für Privatinvestoren, kontrolliert und kosteneffizient ein Vermögen aufzubauen.

      Wir würden uns sehr freuen, Dich als Kunden bei uns begrüßen zu können.

      Beste Grüße
      Ella vom Scalable Capital-Team

  2. Die angepeilten Kosten von 0,75% + 0,25 % = 1% für das automatisierte Portfolio bei scalable Capital erscheinen mir im Vergleich zu Betterman Investment mit 0,15% auf den ersten Blick sehr hoch. Auch ist die Differenzierung zu bestehenden Plattformen (wie z.B Betterman) in den USA nicht klar oder wenn es keine Differenzierung gibt wäre es zumindest ehrlich zu sagen, dass man diese Konzepte nun auf den heimischen Markt bringen möchte, was grundsätzlich gut ist. Da viele Gründer von Goldmannn Sachs kommen wird eher schnell als langsam zu beweisen sein, dass der Kunde im Vordergrund steht und nicht die Gründer. Und ob das Produkt das eine Prozent versus anderer gemanagter Produkte und online Anbieter wert sein wird. Ich würde es dem Markt und der Idee jedenfalls wirklich wünschen

  3. @Michael
    Das sehe ich ähnlich. Der Mehrwert des Risikomanagement ist mir schleierhaft, denn ich kenne auch keine nennenswerten wissenschaftlichen Arbeiten, die den Nutzen dieses sehr prozyklischen Ansatz belegen würden.
    Das Modell Betterment und Wealthfront haben darüber hinaus andere Unternehmen schon längst erfolgreich nach Deutschland gebracht. Finanztip hat die führenden Plattformen vor ein paar Wochen intensiver getestet und dabei z.b. Ginmon und Vaamo besonders empfohlen. (Quelle: http://www.finanztip.de/robo-advisor/)

  4. Die Entwicklung der Robo Advisor verfolge ich schon seit der Gründung von Betterment in den USA. Es ist ein sehr vielversprechendes Thema bei dem eingentlich nur die Kunden gewinnen können. Ob es jetzt Wealthfronth (USA), Nutmeg (UK) oder die deutschen wie Vaamo, Quirion, Ginmon, Fintego sind. Abgesehen von Cashboard verstehe ich wie die Anbieter funktionieren und sehe den Mehrwert. Bei Scalable Capital lese ich „einzigartige Risikomanagement Technologie“. Ohne das ich verstehe was da wirklich angeboten wird, sagt mir mein Bauchgefühl, dass es sich hierbei um eine klassische Goldman Sachs Nummer handelt. Entweder es wird genau das selbe angeboten wie von den anderen Robos und raffiniert vermarktet oder es handelt sich hier um leere versprechen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Goldman Jungs plötzlich das Rad neu erfunden haben und den amerikanern vorweg laufen. Bin gespannt wie lange das gut geht.

  5. So richtig klar ist mir auch nicht, wie das Risikomanagement von Scalable Capital funktioniert. Zu viel Details werden sie aber wohl nicht preisgeben. Da es aber mal etwas anderes zu sein scheint als der „übliche Einheitsbrei“ und ich beruhigend fand, dass erstmal keine Aktien-ETFs ins Depot kommen sollten, habe es zur Jahreswende mal ausprobiert. Ist natürlich viel zu kurz, um wirkliche Rückschlüsse ziehen zu können. Ich habe nur einen überlappenden Monat, um das mit den anderen Online-Verwaltern bei http://www.brokervergleich.de/online-vermoegensverwaltungen zu vergleichen. Da liegt Scalable Capital mit einem Plus von 0,4% allerdings deutlich besser. Die haben alle Verluste erzielt, die von -2,3% (fintego) und -4,1% (quirion) rangieren. Ich bin mal gespannt, ob das anhält.

  6. Ich würde hier aufpassen. Ein Algorithmus lässt sich gut vermarkten. Der Erfolg ist jedoch fraglich. Wer sich etwas mit dem Thema beschäftigt weiß, dass das kein neues Anlagekonzept ist. Der All Weather Fonds von Bridgewather funktioniert nach dem fast identischen Prinzip. Dieser schaffte es im vergangenen Jahr 2015 eine negative Rendite von -7 % zu erwirtschaften.
    Die Rendite des S&P 500 oder des DAX waren gegen 0 %.

    Schlechte Renditen + unnötige Kosten sind Gift für den Vermögensaufbau.

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